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Dernier Guerrier - Ma Patrie
am Freitag 08 Januar 2010 von WhiteRider in Reviews > RAC Reviews Kommentare: 0 Hits: 503
Nach einem Demo („Nouveau Depart!“) im Jahr 2008, machte die neue, frankokanadischen Gruppe Dernier Guerrier im Mai 2009 ihr Debüt beim französischen Label TB Records. Doch die Mitglieder der Band sind nicht ganz so neu und unbekannt. Deren Stimme kennt man bereits von Prison Bound, welche Anfang 2008 ihr erstes Album „X-Rated“ bei NSM88 Records veröffentlichten. „Ma Patrie“ - Mein Vaterland - ist der Titel von diesem ersten Album von Dernier Guerrier, für das sich TB Records etwas Besonderes überlegt hatte: zunächst erschienen im Mai 30 limitierte Exemplare auf Vinyl in einer schwarzen Hülle mit zwei Textblättern und einem Poster. Im Juni folgte die reguläre, auf 270 Stück limitierte Vinylversion. Zuletzt kam dann im September die CD-Version mit einem anderen Design als dem der LP. Auf allen drei Versionen finden sich die gleichen Lieder, darunter neun französische und vier englische.
Die Quebecer legen mit ihrem Album eine Mischung aus schnellem RAC und Oi! mit einigen Hardcore- und Metal-Einflüssen vor. Eine aggressive und recht professionelle Spielweise, gepaart mit einem aggressiven Gesang, charakterisiert den Stil der Gruppe. Die Abmischung und Produktion ist gut, wenn auch nicht spitzenmäßig. Aber das Album ist zwiespältig…
Den Anfang, auf der mir vorliegenden CD-Version, macht „Autodafes“ und das ließ mich erstmal schwer schlucken. Hier dient ein altbekanntes Lied aus den späten 1920ern als musikalische Grundlage für eine RAC-Version, die äußerst gewöhnungsbedürftig ist. Zudem tut sich der Sänger mit seiner rauen Stimme schwer, die Töne zu treffen. Was für eine Überraschung bietet da hingegen „Fuck Authority“. Das Pennywise-Cover legt absolut rockig und mit rotzigem Sound los und steigert sich zum Refrain hin zu einem gewaltigen, aggressiven Knaller. Der aggressive Gesang trifft hier die Töne schon weitaus besser und erinnert mich streckenweise sogar an Joel von Bound for Glory. Textlich nehmen die Jungs aus Montreal kaum ein Blatt vor dem Mund, womit es leider aber auch bei den üblichen und altbekannten Themen bleibt. In Liedern wie „Debout!“ oder „True White Warrior“ kommen die Hardcore-Einflüsse zur Geltung, mit viel Doublebass, teilweise mit Tempowechseln und wilden Gitarrensoli. Aber auch hier tut sich bei manchen Liedern der Gesang etwas schwer. Mit „Spandau“ versucht man sich an einer Ballade über Rudolf Hess, die sicher gut gemeint ist. Allerdings eignet sich der Gesang auf keinen Fall für Balladen und auch die zu simple Begleitung nur durch E-Gitarre trägt nicht zu einer beeindruckenden Ballade bei. Das Lied ist ein Tiefpunkt auf der CD. Ansonsten bewegen sich die meisten Lieder in einem durchaus guten und hörbaren Bereich. Vor allem die Arbeit der Sologitarre ist hier erwähnenswert, die ab und an wirklich beeindrucken kann. Teilweise sind ihnen auch gemäßigte, schön melodische Lieder wie z.B. „Fourteen Eightyeight“ oder „Against My Racial Pride“ gelungen, die durch schöne, tragende Melodien und Abwechslung bestechen. Den Abschluss macht ein Cover von Dions „Runaround Sue“ aus dem Jahr 1961, das in seiner rockigen Punkspielweise sehr überzeugen kann und noch mal ein Höhepunkt am Ende der CD bildet.
Wie bereits erwähnt, ist das Album etwas zwiespältig. Neben einwandfreien Krachern gibt es auch ein paar Lieder die überhaupt nicht überzeugen können. Dennoch ist es kein schlechtes Album. Die Aufmachung ist gut und im zwölfseitigen Beiheft finden sich alle Texte.