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JVA-Report 2/2009
am Samstag 02 Januar 2010 von Kine Czere in Reviews > Fanzines Kommentare: 0 Hits: 518
Kurz vor Ende des Jahres 2009 gibt es noch einmal einen JVA-Report. Dieser enthält wieder eine große Mischung aus Kultur und Politik. Das Hauptaugenmerk wird beim JVA-Report im Grunde genommen immer auf die Gefangenenbetreuung gelegt, sodass in dieser Ausgabe auch wieder zwei Kameraden befragt wurden. Außerdem gibt es noch eine Diskussion darüber, wie Gefangenen am besten geholfen werden kann.
Wie immer sind besonders die Gespräche sehr interessant geworden. Selten ließt man so intensive und offenherzige Interviews. Ebenfalls in diese Kategorie fällt der Artikel "Erlebnisbericht aus der JVA Bayreuth" wo der Kamerad Robin mit lockerer Feder und einigen Fußnoten seine Geschichte im Systemkerker von Anfang bis Ende erzählt. Der Text liest sich sehr flüssig und erzählt nachvollziehbar vom ständigen Auf und Ab im Knastalltag. Erstmals gibt es im JVA-Report auch ein Band-Interview. Hierfür stellten sich die Aristokraken zur Verfügung, welche auch sehr ausführlich auf die interessanten Fragen der Redaktion antworteten. Sehr vorbildlich. Neben den Gesprächen und Artikeln über den Haftalltag kommt natürlich die Politik nicht zu kurz. Dieses Mal gibt es einen langen Artikel über Südtirol, der erklärt, warum Südtirol für jeden Nationalisten zur Herzenssache erklärt werden muss und eine Ausarbeitung zum Verhältnis "Nationalisten und der Islam". Des Weiteren gibt es wieder einige Demo- und Aktionsberichte, Gedichte, Heftbesprechungen, Leserbriefe und ein Gewinnspiel für nationale Gefangene. Noch erwähnenswert ist der Artikel "Umweltschutz im nationalen Lager" von Alexander Kurth, bei dem dieser erklärt, warum Nationalisten sich verstärkt für den Umweltschutz einsetzen müssen. Mit wenigen Worten liefert er genug Material, um einigen Leuten die Augen zu öffnen. Nach diesem Artikel folgt die "Proklamation zum Angriff", die sich in etwa wie eine Abschrift des Buches "Might is Right" liest und in einem ungewohnten aber faszinierenden Deutsch geschrieben wurde. Der Text bietet, wie der Umweltschutz-Artikel, jede Menge Diskussionsstoff. Inhaltlich ist also alles beim Alten geblieben. Viele interessante Artikel und Gespräche mit vielen Fakten, Daten und Hintergründen. Dazu noch jede Menge Zitate, Gedichte und Anmerkungen. All dies macht das Heft lebendig. Man merkt, dass die Redaktion mit vollem Einsatz dabei ist und dass Diskussionen zu diesem Thema erwünscht sind. Übrigens ruft die Redaktion in diesem Heft zu einer "Fernleihe an Gefangene" auf. Wer also noch Bücher und Zeitschriften hat, die sowieso nicht mehr gelesen werden und verstauben, kann diese an den JVA-Report schicken und die Jungs leiten diese dann bei Bedarf an die Gefangenen weiter. Kontaktadresse siehe unten.
Neben dem Inhalt spielt natürlich auch die Optik eine entscheidende Rolle. Diese wurden grundlegend überarbeitet und somit präsentiert sich der JVA-Report dem Leser nun mit einem aufgeräumten und übersichtlichen Erscheinungsbild, das den Lesefluss nicht mehr behindert. Es gibt nun endlich ein einheitliches Schriftbild und auf Hintergrundgrafiken wurden größtenteils verzichtet. Da gibt es nichts dran auszusetzen.
Das Fazit aus dieser Besprechung kann nur lauten: Sofort kaufen, lesen und unterstützen. Eine richtig gute Ausgabe.
Preis: EUR 2,00 + Versand
Kontakt: JVA-Report Postfach 2121 26403 Wittmund E-Mail: jva-report [at] web [dot] de